Im Tarif Zahn90 der Krankenzusatzversicherung der Allianz erfahren Sie, wann Leistungen fällig werden, welche Nachweise nötig sind und wie Kosten in ausländischer Währung umgerechnet werden. Zudem gelten klare Regeln zu Abschlagszahlungen, zum Recht auf vorherige Auskunft bei Behandlungen über 2.000 Euro sowie zur Offenlegung von Gutachten und deren Kostentragung.
Inhalt dieses Abschnitts:
- Wann werden unsere Leistungen fällig?
- Welche Nachweise sind erforderlich?
- An wen können wir die Leistung erbringen?
- Wie rechnen wir in ausländischer Währung entstandene Kosten um?
- Was gilt für Überweisungs- und Übersetzungskosten?
- Welches Recht auf vorherige Auskunft haben Sie, wenn eine Behandlung mit höheren Kosten verbunden ist?
- Welches Recht auf Offenlegung besteht bei Gutachten und Stellungnahmen und wer muss solche Unterlagen bezahlen?
Wann werden unsere Leistungen fällig?
(1) Fälligkeit unserer Leistungen
Wir erbringen unsere Leistungen, nachdem wir die Erhebungen abgeschlossen haben, die zur Feststellung des Versicherungsfalls und des Umfangs unserer Leistungspflicht notwendig sind. Dies setzt voraus, dass uns die hierzu erforderlichen Nachweise (siehe Ziffer 1.2.2) vorliegen. Diese werden unser Eigentum.
(2) Ihr Anspruch auf Abschlagszahlung bei Geldleistungen
Wenn unsere Erhebungen nicht innerhalb eines Monats nach Anzeige des Versicherungsfalls abgeschlossen sind, können Sie Abschlagszahlungen in Höhe des Betrags verlangen, den wir voraussichtlich mindestens zahlen müssen. Verzögern sich jedoch unsere Erhebungen durch Ihr Verschulden, verlängert sich die Monatsfrist entsprechend.
Welche Nachweise sind erforderlich?
(1) Nachweise
Nachweise im Sinne von Ziffer 1.2.1 Absatz 1 sind insbesondere Originalrechnungen. Die Rechnungen - auch unbezahlte - müssen als Original erkennbar sein, den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und insbesondere folgende Angaben enthalten:
- Name der behandelten Person,
- Bezeichnung der Krankheit,
- Art der Leistungen und
- die Behandlungs- oder die Bezugsdaten.
(2) Nachweis für ersatzweises Krankenhaustagegeld
Wenn Sie ersatzweise Krankenhaustagegeld geltend machen, ist als Nachweis eine Bescheinigung über die stationäre Heilbehandlung einzureichen. Die Bescheinigung muss insbesondere folgende Angaben enthalten:
- Name der behandelten Person,
- Bezeichnung der Krankheit,
- das Datum der Aufnahme und der Entlassung sowie
- Daten eventueller Beurlaubungstage.
(3) Nachweise bei anderweitigem Leistungsanspruch
Besteht anderweitig ein Leistungsanspruch für denselben Versicherungsfall und wird dieser zuerst geltend gemacht, so genügen als Nachweis mit Erstattungsvermerken versehene Rechnungskopien.
An wen können wir die Leistung erbringen?
Wir leisten an Sie oder denjenigen, der die erforderlichen Nachweise einreicht. Wenn wir begründete Zweifel an der Legitimation des Überbringers haben, werden wir nur an Sie leisten.
Wie rechnen wir in ausländischer Währung entstandene Kosten um?
In ausländischer Währung entstandene Kosten rechnen wir zum Kurs desjenigen Tages in Euro um, an dem die Belege bei uns eingehen. Als Kurs des Tages gilt der offizielle Euro-Wechselkurs der Europäischen Zentralbank.
Bei Währungen, für die keine Referenzkurse festgelegt werden, gilt Folgendes:
- Wir rechnen die Kosten zum jeweils aktuellen Kurs gemäß "Devisenkursstatistik" (Veröffentlichungen der Deutschen Bundesbank) in Euro um.
- Wenn die zur Bezahlung der Rechnungen notwendigen Devisen zu einem ungünstigeren Kurs erworben worden sind und dies durch Bankbeleg nachgewiesen wird, werden die Kosten zu diesem Kurs in Euro umgerechnet.
Was gilt für Überweisungs- und Übersetzungskosten?
Die Überweisung der Versicherungsleistungen ist für Sie kostenfrei, wenn Sie uns ein Inlandskonto benennen. Die Kosten für Überweisungen auf Konten im Ausland sowie für die Übersetzung von Rechnungen und Bescheinigungen können von den Leistungen abgezogen werden.
Welches Recht auf vorherige Auskunft haben Sie, wenn eine Behandlung mit höheren Kosten verbunden ist?
Wenn eine Heilbehandlung bevorsteht, deren Kosten voraussichtlich 2.000 Euro übersteigen werden, gilt Folgendes:
(1) Ihr Recht auf schriftliche Auskunft
Sie erhalten von uns Auskunft über den Umfang des Versicherungsschutzes für die beabsichtigte Heilbehandlung. Sie können die Auskunft vor Beginn der Behandlung verlangen.
Wir geben Ihnen diese in Textform (zum Beispiel Brief, Fax, E-Mail) und begründen sie. Wenn wir zu der Behandlung einen Kostenvoranschlag oder andere Unterlagen erhalten haben, gehen wir in unserer Auskunft auch darauf ein.
Grundsätzlich informieren wir Sie spätestens nach 4 Wochen. Wenn die Heilbehandlung aber dringend durchgeführt werden muss, geben wir Ihnen die Auskunft unverzüglich - jedoch spätestens nach 2 Wochen. Diese Fristen beginnen jeweils, sobald Ihre Anfrage bei uns eingegangen ist.
(2) Unser Fristversäumnis
Wir setzen alles daran, Ihnen die Auskunft innerhalb der Fristen nach Absatz 1 zu geben. Wenn uns das einmal nicht gelingt und wir die 2- oder 4-wöchige Frist nicht einhalten, wird vermutet, dass die beabsichtigte Heilbehandlung medizinisch notwendig ist. Das gilt so lange, bis wir beweisen, dass die Heilbehandlung nicht medizinisch notwendig ist.
Welches Recht auf Offenlegung besteht bei Gutachten und Stellungnahmen und wer muss solche Unterlagen bezahlen?
(1) Recht auf Auskunft und Einsichtnahme (Offenlegung)
Wir legen Gutachten und Stellungnahmen (Unterlagen) offen. Die Offenlegung erfolgt durch Auskunft an und Einsichtnahme durch die berechtigte Person (siehe dazu Absatz 2).
Die Offenlegung setzt voraus, dass wir die Unterlage eingeholt haben, weil wir unsere Leistungspflicht über die Notwendigkeit einer medizinischen Behandlung prüfen.
(2) Berechtigte Personen
Die Offenlegung kann nur von der Person geltend gemacht werden, auf die sich die Unterlage bezieht (betroffene Person). An ihrer Stelle kann dies auch ihr gesetzlicher Vertreter verlangen.
Unter dieser Voraussetzung legen wir folgenden Personen die Unterlage offen:
- der versicherten Person oder ihrem gesetzlichen Vertreter. Das gilt nicht, wenn dieser Offenlegung erhebliche therapeutische oder sonstige erhebliche Gründe entgegenstehen.
- einem uns benannten Arzt oder Rechtsanwalt.
(3) Unsere Kostentragung
Wenn wir die Unterlage selbst einholen, tragen wir die Kosten. Wenn Sie das Gutachten oder die Stellungnahme eingeholt haben, weil wir das verlangt haben, ersetzen wir Ihnen die dafür entstandenen Aufwendungen.
Was bedeutet das konkret?
Damit eine Erstattung fließen kann, prüfen wir zunächst den Versicherungsfall und benötigen dafür die passenden Nachweise – in der Regel Originalrechnungen. Zieht sich diese Prüfung hin, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen eine Abschlagszahlung erhalten. Bei geplanten teureren Behandlungen können Sie vorab wissen, in welchem Umfang der Versicherungsschutz greift. Und wenn wir für die Leistungsprüfung Gutachten einholen, dürfen die betroffenen Personen diese unter den genannten Voraussetzungen einsehen.
Häufige Fragen
Wann werden die Leistungen ausgezahlt?
Die Leistungen werden erbracht, nachdem die Erhebungen zur Feststellung des Versicherungsfalls und des Umfangs der Leistungspflicht abgeschlossen sind und die erforderlichen Nachweise vorliegen.
Kann ich eine Abschlagszahlung verlangen?
Ja. Wenn die Erhebungen nicht innerhalb eines Monats nach Anzeige des Versicherungsfalls abgeschlossen sind, können Sie Abschlagszahlungen in Höhe des voraussichtlich mindestens zu zahlenden Betrags verlangen. Verzögern sich die Erhebungen durch Ihr Verschulden, verlängert sich die Monatsfrist entsprechend.
Welche Nachweise muss ich einreichen?
Insbesondere Originalrechnungen – auch unbezahlte –, die als Original erkennbar sind, den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und Name der behandelten Person, Bezeichnung der Krankheit, Art der Leistungen sowie Behandlungs- oder Bezugsdaten enthalten.
Ab welchen Kosten kann ich vorab eine Auskunft verlangen?
Wenn die Kosten einer bevorstehenden Heilbehandlung voraussichtlich 2.000 Euro übersteigen, können Sie vor Beginn der Behandlung eine schriftliche Auskunft über den Umfang des Versicherungsschutzes verlangen. Die Auskunft erfolgt grundsätzlich spätestens nach 4 Wochen, bei dringenden Behandlungen unverzüglich, spätestens nach 2 Wochen.
Wer trägt die Kosten für Gutachten und Stellungnahmen?
Wenn wir die Unterlage selbst einholen, tragen wir die Kosten. Wenn Sie das Gutachten oder die Stellungnahme auf unser Verlangen eingeholt haben, ersetzen wir Ihnen die dafür entstandenen Aufwendungen.
Dokumentenversion (Veröff. Jahr): 2022