Im Tarif AmbulantPlus der Allianz Krankenzusatzversicherung erfahren Sie, welche Aufwendungen bei Heilpraktiker-Behandlung, Sehhilfen und stationärer Heilbehandlung erstattet werden, welche Höchstbeträge gelten und wann eine vorherige schriftliche Zusage nötig ist – inklusive Regelungen zur freien Wahl von Leistungserbringern und zum Aufenthalt im außereuropäischen Ausland.
Inhalt dieses Abschnitts:
- Welcher Zeitpunkt ist für das Entstehen der versicherten Aufwendungen maßgeblich?
- Unter welchen Leistungserbringern kann die versicherte Person wählen (Grundsätze)?
- In welchen Fällen hängt unsere Leistungspflicht von unserer vorherigen schriftlichen Zusage ab?
- Für welche Untersuchungs- und Behandlungsmethoden leisten wir?
- Welche Aufwendungen ersetzen wir bei einer ambulanten Heilbehandlung durch Heilpraktiker?
- Welche Aufwendungen ersetzen wir für Sehhilfen?
- Welche Aufwendungen ersetzen wir bei stationärer Heilbehandlung?
- Was gilt bei einem vorübergehenden Aufenthalt im außereuropäischen Ausland?
Welcher Zeitpunkt ist für das Entstehen der versicherten Aufwendungen maßgeblich?
Maßgeblicher Zeitpunkt für das Entstehen der versicherten Aufwendungen ist das Datum, an dem die versicherte Person behandelt worden ist oder eine Leistung bezogen hat.
Unter welchen Leistungserbringern kann die versicherte Person wählen (Grundsätze)?
Wenn nicht unsere vorherige schriftliche Zusage nach Ziffer 2.2.3 erforderlich ist, kann die versicherte Person unter folgenden Leistungserbringern frei wählen.
(1) Auswahl von Heilpraktikern
Die versicherte Person hat die freie Wahl unter den Heilpraktikern im Sinne des deutschen Heilpraktikergesetzes (HeilprG).
(2) Auswahl von Krankenhäusern
Wenn eine stationäre Heilbehandlung medizinisch notwendig ist, kann die versicherte Person unter allen öffentlichen und privaten Krankenhäusern frei wählen, die
- unter ständiger eigener ärztlicher Leitung stehen,
- über ausreichende eigene diagnostische und therapeutische Möglichkeiten verfügen und
- Krankengeschichten führen.
In welchen Fällen hängt unsere Leistungspflicht von unserer vorherigen schriftlichen Zusage ab?
(1) Zusageerfordernis
Bei medizinisch notwendiger stationärer Heilbehandlung in Krankenhäusern, die auch Kuren oder Sanatoriumsbehandlung durchführen oder Rekonvaleszenten aufnehmen und die Voraussetzungen von Ziffer 2.2.2 Absatz 2 erfüllen, leisten wir nur, wenn wir vor Behandlungsbeginn eine schriftliche Zusage gegeben haben.
(2) Ausnahmen vom Zusageerfordernis
Vom Zusageerfordernis nach Absatz 1 gelten folgende Ausnahmen:
a) Notfallbehandlung oder stationäre Operation
Auf das Erfordernis unserer vorherigen schriftlichen Leistungszusage berufen wir uns nicht, soweit eine sofortige stationäre Heilbehandlung der versicherten Person wegen eines Notfalls (zum Beispiel akut lebensbedrohender Zustand) – auch bei Notfalleinweisung – medizinisch notwendig ist.
Unsere vorherige schriftliche Leistungszusage ist auch nicht erforderlich, wenn die versicherte Person medizinisch notwendig stationär operiert werden muss.
b) Akute Behandlung während des Aufenthalts
Auf das Erfordernis unserer vorherigen schriftlichen Leistungszusage berufen wir uns auch nicht, soweit eine sofortige stationäre Heilbehandlung der versicherten Person wegen einer akuten Erkrankung medizinisch notwendig ist, die während des Aufenthalts in dem Krankenhaus nach Absatz 1 eintritt und nicht mit dem ursprünglichen Behandlungszweck zusammenhängt.
c) Einziges geeignetes Krankenhaus in der Nähe zum Wohnsitz
Außerdem berufen wir uns auf das Erfordernis unserer vorherigen schriftlichen Leistungszusage nicht, wenn das Krankenhaus nach Absatz 1 das einzige geeignete Krankenhaus mit Versorgungsauftrag für die akute stationäre Heilbehandlung im Umkreis von 20 Kilometern vom Wohnsitz der versicherten Person ist.
d) Tuberkulose-Erkrankungen
Bei Tuberkulose-Erkrankungen (Tbc-Erkrankungen) leisten wir im vertraglichen Umfang auch bei stationärer Behandlung in Tuberkulose-Heilstätten und Tuberkulose-Sanatorien.
Für welche Untersuchungs- und Behandlungsmethoden leisten wir?
Wir leisten im tariflichen Umfang für Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden und Arzneimittel, die von der Schulmedizin überwiegend anerkannt sind.
Darüber hinaus leisten wir für Methoden und Arzneimittel, die sich in der Praxis als ebenso Erfolg versprechend bewährt haben (zum Beispiel Schröpfen, Akupunktur zur Schmerztherapie, Chirotherapie, Osteopathie, Eigenblutbehandlung und therapeutische Lokalanästhesie) oder die angewandt werden, weil keine schulmedizinischen Methoden oder Arzneimittel zur Verfügung stehen. Wir können jedoch unsere Leistungen auf den Betrag herabsetzen, der bei der Anwendung vorhandener schulmedizinischer Methoden oder Arzneimittel angefallen wäre.
Welche Aufwendungen ersetzen wir bei einer ambulanten Heilbehandlung durch Heilpraktiker?
Bei einer medizinisch notwendigen ambulanten Heilbehandlung ersetzen wir die folgenden Aufwendungen:
(1) Versicherte Leistungen
a) Aufwendungen für Behandlungen durch Heilpraktiker
Wir ersetzen 70 Prozent der Aufwendungen für Behandlungen durch Heilpraktiker, die nach dem jeweils aktuellen Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH) berechnungsfähig sind.
Die Aufwendungen für die Vergütung von Heilpraktikern sind bis zu den Höchstsätzen des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker (GebüH) erstattungsfähig. Wir sind nicht leistungspflichtig für Aufwendungen, die verbleiben, weil der versicherte Höchstsatz überschritten worden ist.
b) Aufwendungen für Verbandmaterialien und Arzneimittel
Wir ersetzen 70 Prozent der Aufwendungen für Verbandmaterialien und Arzneimittel, wenn sie von einem Heilpraktiker im Sinne des deutschen Heilpraktikergesetzes (HeilprG) im Zusammenhang mit einer Behandlung nach Absatz a) verordnet worden sind. Arzneimittel müssen außerdem aus der Apotheke bezogen worden sein.
Erstattungsfähig sind Aufwendungen für Verbandmaterialien und zugelassene Arzneimittel im Sinne des Arzneimittelgesetzes, sofern sie zur Erkennung, Beseitigung oder Linderung von Krankheiten medizinisch notwendig sind.
Als Arzneimittel, auch wenn sie heilwirksame Stoffe enthalten, gelten nicht Nährmittel und Stärkungspräparate, Mittel, die vorbeugend oder gewohnheitsmäßig genommen werden, sowie kosmetische Präparate. Davon ausgenommen sind bestimmte medikamentenähnliche Nährmittel, die zwingend erforderlich sind, um schwere gesundheitliche Schäden, zum Beispiel bei Enzymmangelkrankheiten, Morbus Crohn und Mukoviszidose, zu vermeiden.
(2) Versicherter Höchstbetrag
Der Ersatz von Aufwendungen für Behandlungen durch Heilpraktiker nach Absatz 1 a) und für damit zusammenhängend verordnete Arzneimittel und Verbandmaterialien nach Absatz 1 b) ist auf höchstens 400 Euro pro versicherte Person und Versicherungsjahr begrenzt. Wir sind nicht leistungspflichtig für Aufwendungen, die verbleiben, weil der versicherte Höchstbetrag überschritten worden ist.
Welche Aufwendungen ersetzen wir für Sehhilfen?
Bei einer medizinisch notwendigen ambulanten Heilbehandlung ersetzen wir die folgenden Aufwendungen:
(1) Versicherte Leistungen
Wir ersetzen 100 Prozent der Aufwendungen für
- Brillengläser,
- Brillenfassungen und
- Kontaktlinsen,
wenn sie von einem niedergelassenen oder in einer Krankenhaus-Ambulanz tätigen, approbierten Arzt oder einem Heilpraktiker im Sinne des deutschen Heilpraktikergesetzes (HeilprG) verordnet worden sind.
(2) Versicherter Höchstbetrag
Der Ersatz von Aufwendungen für Sehhilfen ist auf höchstens 150 Euro pro versicherte Person innerhalb von 24 Monaten begrenzt.
Die maximale Erstattungshöhe ermitteln wir, indem
- wir das Datum zugrunde legen, an dem die Sehhilfe bezogen worden ist, für die Aufwendungsersatz geltend gemacht wird, und
- von diesem Datum ausgehend alle Erstattungen für den Bezug von Sehhilfen der versicherten Person aus den zurückliegenden 24 Monaten berücksichtigen.
Der Anspruch auf Aufwendungsersatz und die individuelle Erstattungshöhe hängen somit jeweils von den Erstattungen der letzten 24 Monate ab.
Wir sind nicht leistungspflichtig für Aufwendungen, die verbleiben, weil der versicherte Höchstbetrag überschritten worden ist.
Welche Aufwendungen ersetzen wir bei stationärer Heilbehandlung?
Bei einer medizinisch notwendigen stationären Heilbehandlung ersetzen wir die folgenden Aufwendungen:
(1) Erstattungsprozentsatz
Wir ersetzen 100 Prozent der erstattungsfähigen Aufwendungen für allgemeine Krankenhausleistungen, die nach Vorleistung durch die gesetzliche Krankenversicherung verbleiben.
Wenn für die versicherte Person gemäß § 53 des Fünften Buchs Sozialgesetzbuch (SGB V) ein Selbstbehalt getragen wird, zählt dieser zu den anrechenbaren Vorleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.
(2) Erstattungsfähige Aufwendungen (einschließlich Mitaufnahme einer Begleitperson)
a) Aufwendungen für die versicherte Person
Wenn die versicherte Person ein anderes Krankenhaus gewählt hat, als in der ärztlichen Einweisung genannt ist, sind die folgenden Aufwendungen erstattungsfähig:
- Aufwendungen für allgemeine Krankenhausleistungen, die nach dem Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) oder der Bundespflegesatzverordnung (BPflV) berechnungsfähig sind, und
- Aufwendungen für medizinisch notwendige Transporte zum und vom nächstgelegenen geeigneten Krankenhaus bis zu einer Entfernung von 100 Kilometern. Existiert für die Behandlung kein geeignetes Krankenhaus innerhalb dieser Entfernung, sind die Aufwendungen für den medizinisch notwendigen Transport zum und vom nächstgelegenen geeigneten Krankenhaus erstattungsfähig.
b) Aufwendungen für eine Begleitperson
Erstattungsfähig sind die Aufwendungen für allgemeine Krankenhausleistungen für eine medizinisch notwendige Mitaufnahme einer Begleitperson der versicherten Person, die nach dem Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) oder der Bundespflegesatzverordnung (BPflV) berechnungsfähig sind.
Wenn die versicherte Person zu Beginn der stationären Heilbehandlung jünger als 10 Jahre ist, gilt die Mitaufnahme der Begleitperson als medizinisch notwendig.
Was gilt bei einem vorübergehenden Aufenthalt im außereuropäischen Ausland?
Abweichend von Ziffer 1.1.7 Absatz 2 Satz 2 der Allgemeinen Regelungen zum Baustein besteht während eines vorübergehenden Aufenthalts im außereuropäischen Ausland Versicherungsschutz nach diesem Tarif für insgesamt 2 Monate. Die Möglichkeit nach Ziffer 1.1.7 Absatz 2 Satz 1 der Allgemeinen Regelungen zum Baustein, eine darüber hinausgehende Vereinbarung über die Ausdehnung des Versicherungsschutzes zu treffen, gilt unverändert.
Was bedeutet das konkret?
Der Tarif AmbulantPlus ergänzt die gesetzliche Krankenversicherung um Leistungen für Heilpraktiker-Behandlungen, Sehhilfen und die stationäre Heilbehandlung. Sie können Ihre Leistungserbringer grundsätzlich frei wählen. Für bestimmte stationäre Behandlungen müssen Sie jedoch vorab eine schriftliche Zusage einholen – außer in Notfällen, bei Operationen und weiteren geregelten Ausnahmen. Für Heilpraktiker-Leistungen und Sehhilfen gelten jeweils prozentuale Erstattungen und feste Höchstbeträge.
Häufige Fragen
Wie viel wird für Heilpraktiker-Behandlungen erstattet?
Erstattet werden 70 Prozent der Aufwendungen für Behandlungen durch Heilpraktiker, die nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH) berechnungsfähig sind, sowie 70 Prozent für dabei verordnete Verbandmaterialien und Arzneimittel. Der Ersatz ist auf höchstens 400 Euro pro versicherte Person und Versicherungsjahr begrenzt.
Welche Erstattung gibt es für Sehhilfen?
Für Brillengläser, Brillenfassungen und Kontaktlinsen werden 100 Prozent der Aufwendungen ersetzt, wenn sie von einem approbierten Arzt oder einem Heilpraktiker verordnet wurden. Der Ersatz ist auf höchstens 150 Euro pro versicherte Person innerhalb von 24 Monaten begrenzt.
Wann ist eine vorherige schriftliche Zusage nötig?
Eine vorherige schriftliche Zusage ist bei stationärer Heilbehandlung in Krankenhäusern erforderlich, die auch Kuren oder Sanatoriumsbehandlung durchführen oder Rekonvaleszenten aufnehmen. Ausnahmen bestehen unter anderem bei Notfällen, notwendigen stationären Operationen, akuten Erkrankungen während des Aufenthalts sowie beim einzigen geeigneten Krankenhaus im Umkreis von 20 Kilometern.
Wie viel wird bei stationärer Heilbehandlung erstattet?
Ersetzt werden 100 Prozent der erstattungsfähigen Aufwendungen für allgemeine Krankenhausleistungen, die nach Vorleistung durch die gesetzliche Krankenversicherung verbleiben. Ist die versicherte Person zu Beginn der Behandlung jünger als 10 Jahre, gilt die Mitaufnahme einer Begleitperson als medizinisch notwendig.
Wie lange gilt der Schutz im außereuropäischen Ausland?
Während eines vorübergehenden Aufenthalts im außereuropäischen Ausland besteht Versicherungsschutz nach diesem Tarif für insgesamt 2 Monate. Eine darüber hinausgehende Vereinbarung zur Ausdehnung des Versicherungsschutzes bleibt möglich.
Dokumentenversion (Veröff. Jahr): 2022